Vorbereitung
Umzugskartons richtig packen
Packen wirkt wie die einfachste Aufgabe beim Umzug und ist die, bei der am meisten kaputtgeht. Nicht beim Tragen — beim Stapeln, beim Bremsen und beim Auspacken. Was hier steht, stammt aus der täglichen Arbeit: Wir sehen jede Woche, welche Kartons heil ankommen und welche nicht.
Wie viele Kartons Sie brauchen
Als grobe Schätzgröße rechnet man mit etwa einem Karton pro Quadratmeter Wohnfläche. Eine Siebzig-Quadratmeter-Wohnung landet damit bei ungefähr siebzig Kartons — was die meisten Menschen beim ersten Hören für übertrieben halten und beim Packen für zu knapp.
Die Zahl schwankt stark. Wer viele Bücher, Geschirr oder Werkzeug besitzt, braucht deutlich mehr. Wer minimalistisch wohnt oder große Möbel statt vieler Kleinteile hat, kommt mit weniger aus. Verlassen Sie sich nicht zu genau auf die Rechnung: zu wenige Kartons kosten eine Extrafahrt zum Baumarkt am ungünstigsten Tag, ein paar zu viele kosten nichts.
Welche Kartontypen sinnvoll sind
- Standardkarton — das Arbeitspferd, für fast alles außer Büchern
- Bücherkarton — kleiner und stabiler, ausdrücklich für schwere Dinge gebaut
- Kleiderbox — mit Stange, Kleidung wandert am Bügel hinein und wieder heraus
- Geschirrkarton — doppelwandig, oft mit Einsätzen für Teller und Gläser
Für einen normalen Wohnungsumzug reichen Standardkartons plus eine Handvoll Bücherkartons und zwei bis drei Kleiderboxen. Geschirrkartons lohnen sich, wenn Sie gutes Porzellan besitzen — sonst tut es ein Standardkarton mit ordentlicher Polsterung.
Material, das Sie außerdem brauchen
- Packband, breit — und zwar mehr, als Sie denken
- Zwei dicke Filzstifte, damit einer nicht mitten im Packen verschwindet
- Luftpolsterfolie oder Packpapier für Glas und Technik
- Alte Handtücher und Bettwäsche als kostenloses Polstermaterial
- Frischhaltefolie für Schubladen und lose Kleinteile
- Beschriftungsetiketten oder farbiges Klebeband für ein Farbsystem
Die wichtigste Regel: Schweres in kleine Kartons
Der häufigste Fehler überhaupt, und der mit den unangenehmsten Folgen. Bücher kommen in den großen Karton, weil er gerade dasteht — und dann hebt ihn niemand mehr allein, der Boden reißt im Treppenhaus, und der Inhalt liegt auf halber Treppe.
Faustregel: Ein gepackter Karton sollte sich von einer Person bequem tragen lassen. Wenn Sie ihn nur mit Schwung hochbekommen, ist er zu schwer — nicht für uns, sondern für den Karton. Pappe hat eine Grenze, und die liegt niedriger, als die Größe suggeriert.
Bücher, Werkzeug, Geschirr und Konserven in kleine Kartons. Bettzeug, Kissen, Kleidung, Lampenschirme und Plüschtiere in große. Das gleicht das Gewicht aus und macht den Stapel im Laderaum stabil, weil alle Kartons ungefähr gleich schwer sind.
Den Boden richtig kleben
Ein Streifen Packband längs über die Bodenklappen reicht nicht. Kleben Sie längs und dann zwei Streifen quer darüber — das sogenannte Kreuz. Bei schweren Kartons zusätzlich die Kanten mit abkleben.
Das klingt nach Kleinigkeit und ist der Unterschied zwischen einem Karton, der hält, und einem, der sich beim Anheben von unten öffnet. Genau das passiert nämlich: nicht in der Mitte, sondern am Boden, und immer dann, wenn jemand ihn schon hochgehoben hat.
Hohlräume füllen
Was sich im Karton bewegen kann, bewegt sich auch — bei jedem Bremsvorgang, jeder Bodenwelle, jedem Absetzen. Ein halb gefüllter Karton mit Geschirr geht mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit kaputt als ein voller, gut gepolsterter.
Handtücher, Bettwäsche und Kleidung sind kostenloses Polstermaterial und müssen ohnehin transportiert werden. Zwei Aufgaben, ein Karton. Oben abschließen sollte immer etwas Weiches — dann drückt der darüber gestapelte Karton nicht direkt auf harte Kanten.
Geschirr, Gläser und Zerbrechliches
Teller werden hochkant gestellt, nicht gestapelt. Ein Stapel Teller bricht bei einem Stoß von oben; hochkant stehende Teller halten deutlich mehr aus, weil die Kraft an der stabilsten Stelle ankommt. Zwischen die Teller jeweils Papier oder ein Geschirrtuch.
Gläser einzeln einwickeln und stehend einräumen, nicht liegend. Hohlräume mit zerknülltem Papier ausstopfen, bis sich nichts mehr bewegt, wenn Sie den Karton vorsichtig schütteln. Dieser Schütteltest ist der zuverlässigste Qualitätscheck, den es beim Packen gibt.
Schwere Teile nach unten, leichte nach oben — innerhalb jedes Kartons genauso wie im Laderaum.
Kleidung, Bücher, Elektronik
Kleidung
Hängende Kleidung kommt am Bügel in die Kleiderbox und ist damit in Minuten ein- und wieder ausgeräumt. Gefaltete Kleidung kann in Standardkartons oder — praktischer — in Koffer und Reisetaschen, die ohnehin mitmüssen und sonst leer transportiert würden.
Kommoden mit leichter Kleidung können oft befüllt bleiben, wenn die Schubladen gesichert sind. Fragen Sie das vorher ab: bei manchen Möbeln geht das, bei anderen leidet die Führung.
Bücher
Flach liegend stapeln, nicht stehend — stehende Bücher verziehen sich auf der Fahrt und drücken sich gegenseitig die Rücken ein. Und ausschließlich in kleine Kartons, siehe oben.
Elektronik und Kabel
Fotografieren Sie die Rückseite von Fernseher, Router und Rechner, bevor Sie etwas abziehen. Beim Aufbau in der neuen Wohnung ersparen Ihnen diese zwei Fotos eine halbe Stunde Rätselraten.
Kabel aufrollen und mit einem Kabelbinder oder Klebeband beschriften. Bildschirme immer hochkant transportieren, nie flach und niemals mit etwas darauf. Originalkartons sind ideal, falls Sie sie noch haben.
Beschriften: Zielraum statt Inhalt
„Küche 3 von 8“ hilft. „Töpfe, Pfannen, Auflaufform“ hilft nicht. Beim Ausladen entscheidet jemand in zwei Sekunden, wohin der Karton geht — und in diesem Moment interessiert nur der Raum, nie der Inhalt.
Schreiben Sie auf die Seite, nicht auf den Deckel: gestapelt sehen Sie den Deckel nicht mehr. Am besten auf zwei gegenüberliegende Seiten, dann ist die Beschriftung von überall lesbar.
Nummerieren lohnt sich ab etwa dreißig Kartons. „Küche 3 von 8“ sagt Ihnen beim Auspacken sofort, ob etwas fehlt. Wer es genau will, führt eine kurze Liste am Handy: Nummer, Raum, wichtigster Inhalt. Das dauert pro Karton zehn Sekunden und beantwortet später die Frage, in welcher Kiste eigentlich der Router liegt.
Ein Streifen farbiges Klebeband pro Raum ist schneller erfasst als jede Schrift. Denselben Streifen an die Zimmertür in der neuen Wohnung — dann muss niemand mehr fragen, wo etwas hin soll, auch nicht die Helfer, die den Grundriss nicht kennen.
Was nicht in Umzugskartons gehört
- Wertsachen und Bargeld — gehören in Ihre eigene Tasche, nicht in den Transporter
- Wichtige Dokumente — Ausweise, Verträge, Zeugnisse, Versicherungsunterlagen nehmen Sie selbst mit
- Medikamente — mindestens der Bedarf für die nächsten Tage bleibt bei Ihnen
- Offene Flüssigkeiten — Öl, Essig, Putzmittel entweder aufbrauchen oder aufrecht und einzeln verpacken
- Farben, Lacke, Lösungsmittel — nicht in den normalen Umzug, das ist Sondermüll
- Feuerzeuge, Spraydosen, Gaskartuschen — im geschlossenen Laderaum ein echtes Risiko
In welcher Reihenfolge packen
Fangen Sie dort an, wo Sie am wenigsten vermissen: Keller, Dachboden, Bücherregal, Saisonkleidung, Deko. Das lässt sich Wochen vorher erledigen, ohne dass der Alltag leidet.
Küche, Bad und die täglich genutzten Dinge kommen zuletzt. Wer bei diesen Räumen zu früh anfängt, packt zweimal — einmal ein und einmal wieder aus, weil doch etwas gebraucht wird.
Zwei Wochen vor dem Termin sollte alles gepackt sein, was nicht täglich gebraucht wird. Wer erst am Wochenende davor beginnt, stopft statt zu packen, und findet danach wochenlang nichts wieder.
Die Kiste für den ersten Abend
Eine Kiste, die zuletzt eingeladen und zuerst ausgeladen wird. Beschriften Sie sie so auffällig, dass sie nicht im Stapel verschwindet.
- Toilettenpapier, Handtücher, Seife, Zahnbürsten
- Ladekabel für Handys, Mehrfachsteckdose
- Kaffee, Wasserkocher, ein paar Tassen
- Werkzeug: Schraubendreher, Cutter, Zange
- Medikamente, Verbandszeug
- Ein Satz Kleidung und Bettzeug pro Person
- Müllbeutel und ein Lappen
Wer sie vergisst, sucht abends um elf zwischen dreißig identischen Kartons nach Zahnbürste und Handtuch. Das ist der Moment, in dem ein gut gelaufener Umzugstag doch noch schlecht endet.
Die fünf Fehler, die wir fast immer sehen
- Zu volle Kartons — der Deckel schließt nicht, also lässt sich nichts stapeln, und der Laderaum ist halb leer und trotzdem voll
- Boden nur längs geklebt — hält bis zum ersten Anheben
- Flüssigkeiten liegend verpackt — jede Flasche steht aufrecht oder bleibt zu Hause
- Elektronik ohne Polster — Bildschirme immer hochkant, nie flach mit etwas darauf
- Alles am letzten Abend — dann wird gestopft statt gepackt, und nichts ist wiederzufinden
Keiner dieser Fehler ist teuer zu vermeiden. Alle fünf kosten am Umzugstag Zeit, und drei davon kosten zusätzlich etwas, das kaputtgeht.
Lieber packen lassen?
Wir bringen das Material mit und packen vor Ort — komplett oder nur das Zerbrechliche. Was Sie selbst übernehmen, legen wir vorher fest, und es steht so im Angebot.
Zum UmzugsserviceNoch eine Frage zur Leistung selbst?